Axt am Hochsitz?

Rainer Sturm / pixelio.de

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So ein Waldspaziergang ist zu jeder Jahreszeit eine feine Sache. Man bewegt sich in der Natur, die Luft ist gut und die ganze Familie hat ihren Spaß. Wer wie der Autor nicht nur immer stur auf den Hauptwegen bleibt, sondern auch kleine Wege benutzt, der hat bestimmt auch schon viele Hochsitze gesehen. Der Autor selber ist als Kind immer gerne auf Hochsitze geklettert. Da gibt es das Modell „Bunker“, stabil und fast rundherum geschlossen, lediglich ein kleiner Schießschacht und ein Dach gegen den Regen. Vermutlich sehr praktisch. Natürlich gibt es auch Modell Cabrio, meist in Leichtbauweise an ein dünnes Bäumchen gelehnt für den wetterfesten Weidmann. Egal, wie man nun zu der Jagd steht, diese Hochsitze gehören irgendwie zum Wald wie die Bäume und die Tiere. Es gibt jedoch Zeitgenossen unter uns, die ein solcher Hochsitz sehr stört, besonders wenn er auf dem eigenen, zugegeben sehr großen Waldgrundstück steht. Ein Eigentümer eines zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehörenden Grundstücks hat gegen die Errichtung eines Hochsitzes geklagt, weil er die Jagd aus Gewissensgründen ablehnt. Was als harmloser Rechtsstreit begann, ist mittlerweile bis zum Bundesgerichtshof eskaliert. Unsere höchsten Richter in Zivilsachen haben nun ein Urteil gesprochen, wobei Vertreter des Dammwildes allerdings nicht angehört wurden: Die Hochsitze dürfen bleiben, genau wie alle anderen Anlagen für die Jagd. Auch wenn der Eigentümer Vegetarier ist oder sonstige Gewissensgründe hat.